Glossar des Metallbau

Schlüsselbegriffe von Metallbau und Metallverarbeitung verstehen

Lernen Sie die Terminologien der Prozessautomatisierung kennen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Branchen wie der Chemie-, Pharma- und Lebensmittelproduktion, in denen Prozesseffizienz, Sicherheit und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften von entscheidender Bedeutung sind.

Haeufig gestellte Fragen

Alles Wissenswerte zu unseren Geschaeftsbereichen auf einen Blick.

Abkanten (auch Gesenkbiegen) ist ein Umformverfahren der Blechbearbeitung, bei dem Flachbleche mithilfe einer Abkantpresse entlang einer geraden Linie in einen definierten Winkel gebogen werden. Durch CNC-gesteuerte Pressen lassen sich Biegewinkel und -radien mit hoher Wiederholgenauigkeit reproduzieren – entscheidend für Serienfertigung und passgenaue Baugruppen.

Eine Abkantpresse ist eine Werkzeugmaschine zum Biegen von Blechen. Sie besteht aus einem Oberwerkzeug (Stempel) und einem Unterwerkzeug (Matrize), zwischen denen das Blech in die gewünschte Form gepresst wird. Moderne CNC-Abkantpressen wie die von Trumpf arbeiten mit Presskräften von bis zu 170 Tonnen und ermöglichen Abkantlängen von bis zu 3 Metern.

Aluminium-Laserschneiden bezeichnet das thermische Trennen von Aluminiumblechen mittels Laserstrahl. Da Aluminium stark reflektiert und Wärme schnell ableitet, erfordert es spezialisierte Laserparameter und den Einsatz von Stickstoff als Schneidgas, um eine saubere Schnittgüte ohne Oxidation oder Verunreinigungen zu erzielen. Typische Materialstärken reichen bis 12 mm.

Baugruppenfertigung bezeichnet die Herstellung vormontierter Komponenten aus mehreren Einzelteilen. In der Blechverarbeitung umfasst dies das Zusammenfügen von Zuschnitten, Kantteilen und Frästeilen durch Schweißen, Verschrauben oder Einpressen. Die Baugruppenfertigung reduziert den Montageaufwand beim Kunden und verkürzt dessen Produktionszeiten.

Biegeprogrammierung ist die softwaregestützte Erstellung von Steuerungsprogrammen für CNC-Abkantpressen. Spezialisierte Software wie TruTops Boost berechnet automatisch Rückfederung, Verkürzungswerte und Biegefolgen aus importierten CAD-Daten (z. B. STEP-Dateien). Das Ergebnis: minimaler Ausschuss und eine hohe First-Part-Genauigkeit.

Ein Blechzuschnitt ist ein aus einer Blechtafel herausgetrenntes Werkstück, das als Ausgangsteil für die Weiterverarbeitung dient. Blechzuschnitte werden per Laser, Wasserstrahl oder Plasma gefertigt und bilden die Grundlage für Kantteile, Schweißkonstruktionen und Baugruppen.

CAD/CAM-Blechverarbeitung beschreibt den durchgängig digitalen Prozess von der Konstruktion (CAD) bis zur maschinellen Fertigung (CAM). Konstruktionsdaten werden ohne Medienbruch direkt in die Steuerungen von Laserschneidanlagen und Abkantpressen übertragen. Das reduziert Fehlerquellen, beschleunigt den Fertigungsprozess und ermöglicht eine exakte Umsetzung technischer Zeichnungen.

CNC steht für „Computerized Numerical Control" und bezeichnet die computergestützte Steuerung von Werkzeugmaschinen. In der Blechbearbeitung ermöglicht CNC-Technik präzise, wiederholbare Biege- und Schneidvorgänge. Die Maschine führt gespeicherte Programme automatisch aus, was eine gleichbleibende Qualität auch bei großen Serienvolumen sicherstellt.

Dickblech-Laserschneiden bezeichnet das Laserschneiden von Blechen mit überdurchschnittlicher Materialstärke – bei Stahl typischerweise ab ca. 15 mm bis 25 mm. Es erfordert höhere Laserleistungen, angepasste Schneidparameter und leistungsfähige Flachbettlaser, um auch bei großer Materialdicke eine saubere Schnittqualität zu erzielen.

Eine Durchlauf-Entgratungsmaschine entfernt automatisiert Grate, scharfe Kanten und Oxidschichten von Blechteilen. Das Werkstück wird auf einem Förderband durch rotierende Schleif- und Bürstenaggregate transportiert. Dieses Verfahren sorgt für eine gleichmäßige Kantenverrundung und ist Voraussetzung für sichere Handhabung und nachfolgende Beschichtungsprozesse.

Edelstahl-Blechzuschnitt bezeichnet das maßgenaue Trennen von Edelstahlblechen, meist per Laser mit Stickstoff als Prozessgas. Stickstoff verhindert Oxidation an den Schnittkanten, wodurch eine blanke, weiterverarbeitungsfähige Oberfläche entsteht – ideal für hygienische Anwendungen in der Lebensmittel- oder Medizintechnik.

Einpressarbeiten umfassen das dauerhafte Einsetzen von Verbindungselementen wie Einpressmuttern, Bolzen oder Buchsen in Blechteile mittels definierter Presskraft. Die Teile werden dadurch montagefertig ausgeliefert und können beim Kunden ohne zusätzliche Gewindebearbeitung direkt verschraubt werden.

Entgraten ist das Entfernen von scharfen Kanten und Materialüberhängen (Graten), die beim Laserschneiden, Stanzen oder Bohren entstehen. Maschinelles Entgraten mit Durchlaufanlagen liefert gleichmäßige Ergebnisse und ist besonders bei Edelstahl wichtig, um die Oberfläche für nachfolgende Veredelungsschritte vorzubereiten.

Ein Flachbettlaser ist eine Laserschneidanlage, bei der das Blech flach auf einem Wechseltisch liegt und der Laserkopf darüber verfährt. Flachbettlaser von Herstellern wie Trumpf ermöglichen den Zuschnitt verschiedenster Materialien (Stahl, Edelstahl, Aluminium) in unterschiedlichen Stärken mit hoher Geschwindigkeit und Präzision.

Formtreue bezeichnet die Übereinstimmung eines gebogenen oder umgeformten Blechteils mit den vorgegebenen Maßen und Winkeln der Konstruktionszeichnung. Hohe Formtreue wird durch CNC-gesteuerte Abkantpressen in Kombination mit softwarebasierter Biegeprogrammierung erreicht und ist entscheidend für die Passgenauigkeit in der nachfolgenden Montage.

Gehäusefertigung umfasst die Herstellung von Schutzgehäusen, Verkleidungen und Abdeckungen aus Blech. Der Prozess beinhaltet Laserschneiden, Abkanten, Schweißen und Oberflächenbehandlung. Fertige Gehäuse müssen sowohl funktionale Anforderungen (Schutz, EMV-Abschirmung) als auch optische Ansprüche erfüllen.

Gewindearbeiten in der Blechverarbeitung umfassen das Einbringen von Gewinden in Blechteile – etwa durch Einpressmuttern, Gewindeschneiden oder Gewindeformen. Ziel ist die montagefertige Auslieferung der Teile, sodass der Kunde ohne zusätzliche Bearbeitungsschritte direkt verschrauben kann.

Kantenverrundung ist die gezielte Abrundung scharfer Blechkanten nach dem Schneiden oder Stanzen. Sie erhöht die Arbeitssicherheit, verbessert die Haftung von Pulverbeschichtungen und reduziert die Verletzungsgefahr bei der Handhabung. Maschinelle Kantenverrundung erfolgt typischerweise in Durchlauf-Entgratungsanlagen.

Kleinserien-Fertigung bezeichnet die Produktion geringer Stückzahlen (typischerweise 10 bis 500 Stück) bei gleichbleibender Qualität. In der Blechverarbeitung ist Kleinserien-Fertigung dank CNC-gesteuerter Maschinen und digitaler Programmierung wirtschaftlich umsetzbar – ein Vorteil gegenüber konventionellen Umformverfahren, die hohe Werkzeugkosten erfordern.

Kommissionierung in der Metallfertigung bedeutet das Zusammenstellen und Verpacken aller Einzelteile und Baugruppen zu einem kompletten Teilesatz (Kit). Der Kunde erhält so alles gebündelt für seine Endmontage – mit reduziertem Logistikaufwand und weniger Fehlerquellen.

Korrosionsschutz umfasst alle Maßnahmen zum Schutz von Metallteilen gegen Rost und chemische Zersetzung. Gängige Verfahren sind Pulverbeschichtung, Nasslackierung, Verzinkung und Eloxierung. Der passende Korrosionsschutz wird nach Materialart, Einsatzumgebung und geforderten Standzeiten ausgewählt.

Laserschneiden ist ein thermisches Trennverfahren, bei dem ein fokussierter Laserstrahl Material entlang einer programmierten Kontur schmilzt und mit Prozessgas ausbläst. Vorteile gegenüber mechanischen Verfahren sind gratarme Schnittkanten, hohe Konturgenauigkeit und die Bearbeitung unterschiedlichster Materialien und Stärken ohne Werkzeugverschleiß.

Lohnfertigung (auch Auftragsfertigung) bedeutet, dass ein Unternehmen Fertigungsleistungen im Kundenauftrag erbringt, ohne eigene Produkte zu vertreiben. In der Blechbearbeitung umfasst Lohnfertigung Leistungen wie Laserschneiden, Abkanten, Schweißen und Oberflächenbehandlung – nach Zeichnung und Spezifikation des Auftraggebers.

MAG-Schweißen (Metall-Aktivgas-Schweißen) ist ein Lichtbogenschweißverfahren, bei dem ein aktives Schutzgas (meist CO₂ oder ein Mischgas) die Schmelze vor Oxidation schützt. Es ist das am weitesten verbreitete Schweißverfahren im Stahlbau und eignet sich besonders für Baustahl und unlegierte Stähle bei hohen Abschmelzleistungen.

MIG-Schweißen (Metall-Inertgas-Schweißen) funktioniert wie MAG-Schweißen, verwendet jedoch ein inertes Schutzgas (Argon oder Helium). Es wird bevorzugt für Aluminium und Buntmetalle eingesetzt, da das inerte Gas keine chemische Reaktion mit dem Schmelzbad eingeht und so besonders saubere Schweißnähte ermöglicht.

Montagefertige Teile sind Werkstücke, die alle notwendigen Bearbeitungsschritte durchlaufen haben – vom Zuschnitt über Kanten, Schweißen und Oberflächenbehandlung bis zum Einpressen von Verbindungselementen – und beim Kunden direkt in die Endmontage einfließen können, ohne weitere Bearbeitung.

Oberflächenbehandlung umfasst alle Verfahren zur Veredelung und zum Schutz von Metalloberflächen. Dazu gehören Entgraten, Schleifen, Polieren, Pulverbeschichtung, Lackierung und Verzinkung. Die richtige Oberflächenbehandlung verbessert Optik, Korrosionsbeständigkeit und Haftung für nachfolgende Beschichtungen.

Presskraft ist die Kraft (in Tonnen oder Kilonewton), die eine Abkantpresse auf das Blech ausübt, um es in die gewünschte Form zu biegen. Die benötigte Presskraft hängt von Materialart, Materialstärke, Biegelänge und Biegeradius ab. Eine Presskraft von 170 Tonnen ermöglicht das Biegen auch dickerer Bleche und längerer Werkstücke.

Prototypenfertigung in der Blechverarbeitung bezeichnet die schnelle Herstellung von Einzelstücken oder Kleinstserien zur Designvalidierung und Funktionsprüfung. Dank Laserschneiden und CNC-Abkanten entfallen teure Werkzeuge – Änderungen an der Konstruktion lassen sich direkt am digitalen Modell umsetzen und sofort fertigen.

Pulverbeschichtung ist ein Oberflächenveredelungsverfahren, bei dem elektrostatisch aufgeladenes Kunststoffpulver auf Metallteile aufgebracht und anschließend im Ofen bei ca. 180–200 °C eingebrannt wird. Das Ergebnis ist eine gleichmäßige, kratz- und korrosionsbeständige Schicht in nahezu jeder Farbe – ohne Lösungsmittel.

Schnittgüte beschreibt die Qualität der Schnittkante beim Laserschneiden – gemessen an Rauheit, Rechtwinkligkeit, Bartbildung und Wärmebeeinflussung. Hohe Schnittgüte reduziert die Notwendigkeit von Nacharbeit und ist Voraussetzung für saubere Schweiß- und Fügeverbindungen.

Eine Schweißkonstruktion ist ein Bauteil oder eine Baugruppe, deren Einzelteile durch Schweißnähte dauerhaft verbunden sind. Typische Beispiele sind Maschinenrahmen, Gestelle, Tragstrukturen und Gehäuse. Die Festigkeit einer Schweißkonstruktion hängt von Nahtqualität, Werkstoffwahl und fachgerechter Ausführung ab.

Schweißnaht-Nachbearbeitung umfasst das Schleifen, Glätten oder Polieren von Schweißnähten nach dem Fügen. Ziele sind die Verbesserung der Oberflächenoptik, die Beseitigung von Kerben als Ausgangspunkt für Ermüdungsrisse und die Vorbereitung für nachfolgende Beschichtungen.

Eine STEP-Datei (.stp/.step) ist ein herstellerunabhängiges 3D-CAD-Austauschformat nach ISO 10303. In der Blechfertigung dient sie als Datenbasis für die Programmierung von Laserschneidanlagen und Abkantpressen. STEP-Dateien transportieren die vollständige Bauteilgeometrie verlustfrei zwischen unterschiedlichen CAD- und CAM-Systemen.

Stickstoff-Laserschneiden ist ein Laserschneidverfahren, bei dem Stickstoff als Prozessgas eingesetzt wird. Der Stickstoff bläst die Schmelze aus der Schnittfuge, ohne mit dem Material zu reagieren. Das Ergebnis: oxidfreie, blanke Schnittkanten – besonders wichtig bei Edelstahl und Aluminium, wo Verfärbungen oder Oxidschichten unerwünscht sind.

Thermische Verformung bezeichnet das ungewollte Verziehen von Metallteilen durch Wärmeeinwirkung beim Schneiden oder Schweißen. Beim Laserschneiden mit Stickstoff wird die Wärmeeinflusszone minimiert, sodass die Zuschnitte maßhaltig bleiben und direkt weiterverarbeitet werden können.

TruTops Boost ist eine Programmier- und Konstruktionssoftware von Trumpf für Laserschneidanlagen und Abkantpressen. Sie importiert CAD-Daten, berechnet automatisch Abwicklungen, Biegefolgen und Verkürzungswerte und erstellt CNC-Programme. Die Software schließt die digitale Kette zwischen Konstruktion und Fertigung und reduziert Programmierzeiten erheblich.

Verzinkung ist ein Korrosionsschutzverfahren, bei dem Stahlteile mit einer Zinkschicht überzogen werden – per Feuerverzinkung (Eintauchen in flüssiges Zink) oder galvanischer Verzinkung (elektrochemisch). Die Zinkschicht schützt das Grundmaterial durch Barrierewirkung und kathodischen Schutz auch bei Beschädigung der Oberfläche.

Wiederholgenauigkeit ist die Fähigkeit einer CNC-Maschine, denselben Bearbeitungsvorgang bei mehrfacher Ausführung mit identischem Ergebnis zu reproduzieren. In der Serienfertigung von Blechteilen ist eine hohe Wiederholgenauigkeit essenziell, um Maßabweichungen zwischen den Werkstücken zu minimieren und eine gleichbleibende Qualität sicherzustellen.

WIG-Schweißen (Wolfram-Inertgas-Schweißen) ist ein Lichtbogenschweißverfahren mit einer nicht abschmelzenden Wolframelektrode und inertem Schutzgas (Argon). Es liefert besonders saubere, spritzerfreie Schweißnähte und eignet sich hervorragend für Edelstahl, Aluminium und dünne Bleche – überall dort, wo Nahtoptik und Nahtqualität höchste Priorität haben.

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